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Wärmebildgerät

Ein Wärmebildgerät erfasst Infrarotstrahlung (Wärme) und wandelt Temperaturunterschiede in ein sichtbares Bild um. Es funktioniert bei völliger Dunkelheit ohne jegliche Lichtquelle und wird für die Jagd, Wildbeobachtung und Sicherheitszwecke eingesetzt.

Was ist Wärmebildtechnik und wie funktioniert sie?

Im Gegensatz zu einem Nachtsichtgerät, das Restlicht verstärkt, arbeitet ein Wärmebildgerät mit Wärmestrahlung. Jeder Gegenstand oberhalb des absoluten Nullpunkts sendet Infrarotstrahlung aus. Das Wärmebildgerät erfasst diese Strahlung und wandelt sie in ein Bild um.

Wärmere Objekte (Wild, Personen) heben sich deutlicher vom kühleren Hintergrund ab. Wärmebildtechnik funktioniert bei völliger Dunkelheit und kann durch Nebel, Rauch oder leichte Vegetation hindurchsehen.

Wichtige Parameter der Wärmebildtechnik

NETD (thermische Empfindlichkeit) misst die Fähigkeit des Sensors, kleine Temperaturunterschiede zu erkennen. Sie wird in Millikelvin (mK) angegeben. Ein niedrigerer Wert bedeutet einen empfindlicheren Sensor:

  • Unter 25 mK – ausreichend für die meisten Jagdsituationen
  • Unter 20 mK – für anspruchsvolle Bedingungen (Nebel, Regen)
  • Unter 18 mK – professioneller Einsatz

Sensorauflösung gibt die Pixelanzahl an und beeinflusst die Bilddetails:

Auflösung Klasse Einsatz
256×192 px Einsteiger Kurze Distanz
384×288 px Mittelklasse Allgemeine Verwendung
640×512 px Oberklasse Professionell
1280×1024 px Premium Extreme Reichweite

Objektivgröße bestimmt das Sichtfeld und die Erkennungsreichweite. Kleinere Objektive (15–25 mm) bieten ein weites Sichtfeld zum Geländescan. Größere Objektive (35–75 mm) bieten ein engeres Sichtfeld, aber eine höhere Reichweite zur Zielidentifikation.

Wärmebild vs. Nachtsicht

Parameter Wärmebild Nachtsicht
Prinzip Erkennt Wärme Verstärkt Licht
Licht erforderlich Nein Ja (oder IR-Aufheller)
Funktioniert bei Nebel Ja Nein
Bildqualität Umrisse/Silhouetten Detailliert (Fell, Geweih)
Erkennungsreichweite Bis ca. 4.000 m Bis ca. 500 m
Preis Ab ca. 1.500 € Ab ca. 500 €

Zur Wilderkennung ist Wärmebildtechnik die bessere Wahl. Zur Identifikation und für präzise Schüsse ist ein Nachtsicht-Zielfernrohr besser geeignet. Erfahrene Jäger kombinieren beide Technologien.

Gerätetypen und Anzeigemodi

  • Monokular – handgehaltenes Gerät zur Beobachtung und Erkennung
  • Zielfernrohr – waffenmontiertes Visier zum direkten Zielen
  • Vorsatzgerät (Clip-on) – Aufsatz, der vor ein Tages-Zielfernrohr gesetzt wird
  • Binokular – stereoskopische Sicht für längere Beobachtung

Wärmebildgeräte bieten verschiedene Anzeigemodi. White Hot zeigt wärmere Objekte hell und kühlere dunkel. Black Hot funktioniert umgekehrt. Rainbow- oder Iron-Paletten verwenden eine Farbskala von Blau (kalt) bis Rot (warm).

White Hot ist die gängigste Wahl für die Jagd, da sich Wild deutlich vom dunklen Hintergrund abhebt. Black Hot kann beim Scannen des Himmels oder bei Schnee besser geeignet sein.

Rechtslage und Jagdeinsatz in Deutschland

Wärmebildgeräte sind in Deutschland legal und frei erhältlich. Für die Jagd sind Wärmebildvorsatzgeräte (Clip-ons), die auf Zielfernrohre montiert werden, in den meisten Bundesländern für die Schwarzwildjagd zugelassen. Die genauen Regelungen variieren je nach Bundesland und Jagdgesetz.

Das richtige Wärmebildgerät wählen

Beginnen Sie beim Vergleich von Modellen mit Sensorauflösung und NETD. Ein 384×288-Sensor mit einem NETD unter 25 mK deckt die meisten Jagdbedürfnisse ab. Wählen Sie die Objektivgröße entsprechend Ihrer typischen Einsatzdistanz – ein 25-mm-Objektiv zum Scannen und ein 50-mm-Objektiv zur Identifikation auf größere Entfernung.

Verwandte Begriffe: Nachtsichtgerät, NETD, IR-Aufheller, Erkennungsreichweite